Big Brother trinkt mit

Von Rudi Kulzer

Beobachtung und Kommentar

Offen für neue digitale Ideen zeigte der bekannte Hersteller von Biergläsern, Rastal, auf der Fachmesse Brau-Beviale 2016 in Kooperation mit der Telekom Deutschland GmbH erstmals das „Rastal Smartglass“, ein Trinkglas, das mit dem Internet verbunden ist. Doch dabei geht es nicht um Trinkgenuss, sondern Daten, die in einer Bar, einem Selbstbedienungs- oder Betriebsrestaurant gewonnen und von überall kontrolliert werden können.

Das im hessischen Höhr-Grenzhausener in der Nähe von Limburg angesiedelte Traditionsunternehmen hat nach eigenen Aussagen mit dem „Rastal Smartglass“ ein neues Konzept für Getränkehersteller und -verkäufer geschaffen, das bestimmte Informationen des Trinkens über das Glas weiterleitet.

Kernstück bildet ein kodierter Chip, der in Form eines integrierten Ringes am Glas angebracht ist. Dieser ist in jedem Corporate Design der Kunden, Brauereien, Gastronomie- und Hotelbetriebe, integriert werden. Er fällt am Glas kaum auf und funktioniert mit jedem Glastyp. Der Chip ist so fest am Stiel oder an der Fußplatte angepasst, dass es in den Spülmaschinen der gastronomischen Betriebe leicht gereinigt werden kann.

Um die erfassten Schank-Informationen in unternehmerische Daten zu verwandeln, hat sich Rastal als Kooperationspartner die Telekom Deutschland GmbH ins Boot geholt. Die Technik sei für alle Getränkeanbieter interessant, die mit der digitalen Vernetzung in ihrer Branche arbeiten wollen. Rastal und Partner Telekom sehen Sie hier den einer Vorreiterrolle.

Zusätzlich zeigten die Partner auf der Messe eine eigene Smartbar. An drei Lesestationen wird über die smarten Gläser mit dem Chip an der Fußplatte und über die „Cloud der Dinge“ den Besuchern das Prinzip einer digitalen Theke vorgeführt. Die Internet-der-Dinge-Plattform (IoT) sammelt Sensordaten, wertet sie aus und visualisiert sie.

Ein spezielles mobiles Gateway wurde so konfiguriert, dass es die Maschinendaten (eingeschenkte Getränke) erfassen und in die Cloud senden konnte. „Der Getränkehersteller kann über die Cloud der Dinge in Echtzeit zum Beispiel erfahren, wieviel Bier in der jeweiligen Bar aktuell getrunken wurde oder kann mit dem Gastronomen kommunizieren und in Echtzeit ein Gewinnspiel über die Gläser starten“, beschreibt Rastal den Vorteil. Das Konzept sei so ausgelegt, dass zukünftig mobiles Bezahlen über Payments möglich wäre. Die Smartbar selbst benötigt nur eine Steckdose, um voll funktionstüchtig zu sein.

Dazu mein Kommentar:

Das Kontrollieren von ausgeschenkten Getränken vom Zapfhahn war schon immer ein Thema in der Gastronomiebranche, in der leicht betrogen werden kann. Mit der neuen Lösung im Sinne von Internet der Dinge ist dem bekannten Traditionshaus Rastal in der Kooperation mit der Deutschen Telekom technisch sicher eine gute Lösung gelungen. Die Frage ist, wer an einem solchen Tresen trinken will. In größeren gastronomischen Betrieben in Hotels und an systematisch betriebenen Bars ist das sicher eine gute Sache. Ich bleibe aber lieber in meinem Wirtshaus am Stammtisch wo das Augustiner-Glas noch nicht mit dem Internet verbunden ist. Das geht‘s sicher auch meinem Freund Heinz mit seinem Zunft-Kölsch so.

 

Internationales Forscherteam weist Quanten-Anomalie in realer Festkörperphysik auf der Erde nach

von Rudi Kulzer

Basis Presseunterlagen von IBM Rüschlikon

Bilder: Werkfotos IBM Rüschlikon

Ein internationales Team von Physikern, Materialwissenschaftlern und Stringtheoretikern hat erstmals eine Quanten-Anomalie real auf der Erde beobachtet. Bisher vnahm man an, sie trete nur in extremen Gravitationsfeldern wie z.B. in Neutronensternen oder schwarzen Löchern auf. Die Entdeckung wurde am 19.7.2017 im renommierten Journal Nature veröffentlicht und könnte zu einem präziseren Modell des Universums und zur Verbesserung der Energieumwandlung in elektronischen Bauteilen führen.

Hintergrund: Der quantenmechanische Effekt mit dem Namen „axial-gravitationale Quanten-Anomalie“ konnte bisher nur theoretisch auf Basis der Stringtheorie (hypothetische physikalische Modelle)  vorhergesagt werden. Man nahm an, dass er bei extrem hohen Temperaturen von Trillionen Grad Celsius als eine außergewöhnliche Form der Materie namens Quark-Gluon-Plasma während der frühen Entwicklungsstadien des Universums oder in Teichenbeschleunigern auftreten würde. Doch nun konnten die Wissenschaftler experimentell beweisen, dass er auch auf der Erde in der Festkörperphysik existiert – der Physik, auf der ein Großteil der heutigen Computerindustrie basiert, angefangen vom Transistor bis hin zu Cloud-Rechenzentren.

Beteiligte Wissenschaftler des IBM Forschungszentrums in Rüschlikon nutzten für ihr Experiment ein erst kürzlich entdecktes Halbmetall namens Weylmetall. Das aus den chemischen Elementen Niob und Phosphor bestehende Halbmetall wurde in Dresden am Max-Planck-Institut für Chemische Physik Fester Stoffe (MPI CPfS) synthetisiert und am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) in Form gebracht. Leiter der Studie waren Prof. Dr. Kornelius Nielsch, Direktor des Instituts für Metallische Werkstoffe innerhalb des IFWs, und Prof. Dr. Claudia Felser, Direktorin des MPI CPfS.

Im Experiment imitierten die Forscher durch den Aufbau eines Temperaturgradienten ein Gravitationsfeld in einer Weylmetall-Probe und legten an der Probe ein Magnetfeld an. Die Messungen wurden in einem Tieftemperaturlabor an der Universität Hamburg durchgeführt. Dabei beobachteten die Forscher einen unerwartet hohen Wärmefluss in der Probe. Mittels mathematischer Berechnungen bestätigte ein Team theoretischer Physiker des Instituto de Fisica Teorica UAM/CSIC, der UC Berkeley und der TU Dresden anschließend die Quanten-Anomalie.

Damit bricht diese Beobachtung mit klassischen Erhaltungssätzen, die die Grundlagen aller Abläufe in unserer alltäglichen Welt sind. Die nun veröffentlichte Entdeckung zeigt, dass in relativistischen Systemen unter bestimmten Bedingungen die Energie- und Impulserhaltungsgesetze nicht gelten. Unter relativistischen Systemen versteht man, dass sich in einer Materialprobe, wie hier das Weylmetall, Teilchen (z.B. Elektronen) mit einer Geschwindigkeit nahe der Lichtgeschwindigkeit bewegen und nahezu keine Masse haben.

„Der erstmalige experimentelle Nachweis dieser Quanten-Anomalie auf der Erde ist sehr wichtig für unser Verständnis vom Universum”, sagt Dr. Johannes Gooth, Wissenschaftler bei IBM Research – Zürich und Erstautor des Papers (Bild Mitte). „Mit den neuen Erkenntnissen können wir aber auch völlig neuartige Festkörper-Schaltelemente entwickeln, die man vorher nie in Betracht gezogen hätte. Damit bieten sich uns ungeahnte Möglichkeiten, die Grenzen von klassischen elektrischen Schaltern zu umgehen.“ „Dies ist eine unglaublich spannende Entdeckung. Die Schlussfolgerung ist klar: der gleiche Symmetriebruch kann in jedem physikalischen System beobachtet werden, egal ob es vom Beginn des Universums stammt oder sich hier auf der Erde befindet“, sagt Prof. Dr. Karl Landsteiner, Stringtheoretiker am Instituto de Fisica Teorica UAM/CSIC in Madrid und Co-Autor der Veröffentlichung.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass die Entdeckung einen wichtigen Impuls geben wird für die Entwicklung neuer stromsparender Technologien zum Einsatz z.B. in Sensoren, elektronischen Schaltern, thermoelektrischen Kühlern oder Geräten zur Energiegewinnung.

 

IBM: neuer Mainframe z14 verspricht durchgehende Verschlüsselung

von Rudi Kulzer

Basis: Pressekonferenz in München

 

IBM hat am 17.7.2017 eine neue Generation seiner leistungsstarken Mainframe Transaktionssysteme weltweit vorgestellt.  Das neue System, z14 (14. Generation), erlaubt es erstmals, sämtliche Daten, die mit einer Anwendung, einem Cloud-Service oder einer Datenbank verbunden sind, von Anfang an durchgehend zu verschlüsseln. Der neue Mainframe (Bild: Werkfoto IBM)  ist nach Angaben von IBM in der Lage, mehr als 12 Milliarden verschlüsselte Transaktionen pro Tag auszuführen.

Diese starke Leistung soll dabei helfen, die aktuelle Flut an Datendiebstählen zu reduzieren. Entsprechenden Schäden Cyberkriminalität für die globale Wirtschaft werden bis 2019 auf annähernd zwei Billionen-US-$ geschätzt, so Big Blue. Dabei waren die Unternehmen bisher schlecht vorbereitet. Von den mehr als neun Milliarden Datensätzen, die seit 2013 verloren gingen oder gestohlen wurden, waren nur vier Prozent verschlüsselt. Dies ist der Grund, warum der größte Teil dieser Daten für organisierte Kriminelle, staatliche Akteure und missbräuchlich handelnde Mitarbeiter mit Zugang zu sensiblen Informationen so leicht zugänglich und damit bisher nutzbar war.

Der Computerpionier sieht in dem vorgestellt Mainframe z14 als die bedeutendste Neupositionierung dieser Technologie seit mehr als einem Jahrzehnt, als sich die Plattform für Linux und Open Source-Software öffnete. Erklärte Ziel des jetzigen Schrittes ist es, den schützenden kryptographischen Schirm seiner extrem leistungsstarken Verschlüsselungstechnologie und des Schlüsselschutzes zu positionieren. Die stark weiterentwickelten kryptografischen Möglichkeiten erstrecken sich nun über Daten, Netzwerke, externe Geräte oder ganze Anwendungen ohne Änderungen der Anwendungen und Verfahren und praktisch ohne Auswirkung auf die Gesamtsystemleistung. Der Einstiegspreis soll bei etwa einer halben Million US-Dollar liegen, war im Wall Street Journal  zu lesen. Wichtige Teile der Neuvorstellung entstammen dem deutschen IBM Forschungs- und Entwicklungszentrum in Böblingen/Schönaich. Das deutsche Labor arbeitet beim Thema Mainframe seit Jahren mit dem Lab in Poughkeepsie im US-Bubdestaat New York zusammen.

Cybersicherheit aus Israels Brunnen der Sieben

Autor: Rudi Kulzer

Bisher war Tel Aviv das Mekka der Start-ups in Israel. Doch für ein bestimmtes Thema – Cybersicherheit – scheint sich ein neuer Favorit am Rande der Negev Wüste im Süden Israels etabliert zu haben –  Beersheva. Das ehemalige Wüstenkaff gilt derzeit bei Insidern als die Cyber-Hauptstadt der Welt. Dies wurde besonders deutlich, als vor kurzem eine bedeutende international Konferenz zum Thema Cybersicherheit (CSCML – Cyber Security Cryptograpy and Machine Learning) in der Beersheva stattfand, bei der sich alle wichtigen Player der Welt trafen.

Beersheva heißt übersetzt „Brunnen der Sieben“. Durch die Übertragung des Namens aus dem Hebräischen gibt es eine Vielzahl von Schreibweisen. Ich habe mich des leichteren Arbeitens wegen für Beersheva entschieden. Die Siedlung gilt als „Hauptstadt der Wüste Negev“, an deren Rand sie liegt. Die heute aufblühende Großstadt im Süden Israels ist eine der größten Siedlungen des Landes, obwohl sie nicht durch die reine Einwohnerzahl beeindruckt. Sie ist vielmehr ein aufblühendes Zentrum für ein wichtiges Innovationsthema – Sicherheit im Internet.

Durch seine Lage im nördlichen Negev hat Beersheva im Sommer tagsüber ein heißes und sehr trockenes Klima, wobei die Nächte verhältnismäßig mild sind. Im Winter ist es tagsüber mild, nachts relativ kühl. Das ist ideal für eine wichtige Entwicklung Ansiedlung al la Silicon Valley, wo sich digitale Eierköpfe einem bestimmten Thema widmen.

„Beersheva ist ein großartiger Ort zum Leben. Es ist kein Ödland. Es ist eine Wüstenstadt, denn wenn man an das Klima denkt, ist es heiß und trocken während des Tages und es ist nachts kühl. Im Vergleich Feuchtigkeit von Tel Aviv weiß ich, welche Stadt ich lieber habe“, gibt sich einer der örtlichen Honoratioren begeistert.

Moderne uralte Stadt

Trotz seines jüngsten modernen Aussehens mit Wolkenkratzern aus Glas und Stahl ist Beersheva eine uralte Stadt. Sie wird schon in der Bibel mehrfach im Zusammenhang mit den Patriarchen Abraham und Isaak erwähnt. Ausgrabungen zeigen, dass dort ab 1100 v. Chr. eine stark befestigte israelitische Stadt existierte. Auch in späteren Jahrhunderten war die Stadt bedeutend. Die Makkabäer, die Römer und Byzantiner hatten hier Truppen stationiert. Nach der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert jedoch verfiel Beersheva.

Doch nun blüht der „Brunnen der Sieben“ wieder. Im Zentrum liegt die wichtige „Ben-Gurion-Universität des Negev“ (Bild: Werkfoto BGUN).  Sie strahlt heute den Geist aus, den der Gründer des Staates Israel in den fünfziger Jahren immer wieder zitierte. Einmal eine öde und finanziell geplagte Metropole, ist dieses Wiederaufleben der Stadt als ein Zentrum der Moderne, Kultur, Hochschule und Hightech am Rande der Wüste nicht mehr zu übersehen, so die Kommentatoren in der isrealischen Presse. In Seitenstraßen mit typischen kleinen Restaurants, die Hummus- und Falafel-Gerichten servieren, tummeln sich heute Universitätsstudenten und ProfessorInnen, Soldaten, jungen Techniker und gelegentlich über 50-Jährigen. Doch der fällt schon auf.

David Ben-Gurion wäre entzückt, wenn er wüsste, was sich heute in der Stadt mit der nach ihm benannten Universität tut: von den Advanced Technologies Park-Unternehmern, zu den ProfessorInnen und den Büros der CyberSpark-Industrie boomt die Stadt. Ben Gurion könnte recht gehabt haben, als er sagte, dass „die Zukunft Israels im Negev liegt“.

Ben-Gurions „Zukunft“ ist heute präsent.

Die Kräne, die derzeit hoch über der Stadt auftauchen, belegen deutlich die Umwandlung dieser Stadt in ein Innovationszentrum. Die 2015 Global Technology Emerging Markets Studie nannte bereits vor zwei Jahren Beersheva eine von sieben Top-Städte für High-Tech und Innovation weltweit. Dabei finden sich Beershevas größte Optimisten in den beiden Bürogebäuden am Gav-Yam Negev ATP, neben einer Fußgängerbrücke, die zum Bahnhof von Goodman University North und zur Universität führt. Die Bahnlinie verbindet Beersheva mit dem Großraum Tel Aviv/Jaffa.

Vor nicht allzu langer Zeit noch als ein staubiges Wüstenkaff verschrien, wie auch mein israelischer Freund Micky Hirsch aus Stuttgart (er lag hier mal als Soldat im Krankenhaus) betonte, ist Beersheva heute eine unglaubliche Stadt ist – eine IT-Boomtown. Nun haben multinationale Firmen wie IBM, Dell/EMC, Deutsche Telekom, Lockheed Martin und Oracle hier Büros.

JVP Venture Capital Fund hat seinen Cyber Labs Inkubator vor Ort. PayPal kaufte vor kurzem seine Start-in-Residenz. Diese Führungskräfte dieser Unternehmen sehen die Zukunft genauso wie David Ben-Gurion.

IBM auf der Hannover Messe 2017 – „Digital Twin“ als neue Perspektive

von Rudi Kulzer

auf der Basis einer Pressemeldung (alle Abbildungen Werkfotos IBM)

Unter dem Motto „Where physical meets digital: Industrie 4.0 with Watson” zeigt IBM gemeinsam mit Partnern aktuelle Projekte.  Das Schwerpunktthema firmiert dabei unter der Überschrift „Digital Twin“ (Digitale Zwillinge).  Dabei geht es um den Einsatz des IBM Systems Watson im industriellen Umfeld. Dieser nimmt nach Angaben von IBM weiter an Fahrt auf. Die kognitiven Fähigkeiten des Systems ziehen in eine wachsende Anzahl von Fabrikhallen, Gebäude und Maschinen ein. Vor diesem Hintergrund zeigt IBM auf der Hannover Messe Industrie 2017 (24. bis 28. April) unter dem Motto „Where physical meets digital: Industrie 4.0 with Watson” in Halle 7 am Stand C18 die neuesten Entwicklungen und Projekte im Umfeld von Watson IoT/Industrie 4.0.

Das Konzept „Digital Twin“ steht nach Angaben von IBM für eine medienbruchfreie, durchgängige digitale Repräsentation eines Prozesses oder Produktes entlang seines gesamten Lebenszyklus. Der digitale Zwilling ist bei IBM mittels Watson mit zusätzlichen kognitiven Fähigkeiten ausgestattet, die bei der intelligenten Datenauswertung helfen. Darüber hinaus stellt IBM in Hannover unter anderem „Adaptive Robotics“ gemeinsam mit KUKA und „Smart Buildings“ gemeinsam mit KONE vor. Zudem zeigt IBM smarte Sicherheit im vernetzten Fahrzeug als Beispiel dafür, wie sich auch das Industrial Internet gegen Cyberangriffe wirkungsvoll abschirmen lässt. Eine neue kognitive Wissens-Plattform und eine App für die Wartung auf Basis von Watson unterstützen Ingenieure bei der Arbeit.

Der „Digital Twin“ ist das digitale Ebenbild eines realen Prozesses oder Produkts entlang seines gesamten Lebenszyklus in der Fertigung, und mehr als nur das. Er erlaubt ganz unterschiedliche Perspektiven auf seinen physischen Counterpart und steht in ständiger Interaktion mit ihm. Das Digital Twin-Konzept umfasst nahtlos alle Etappen des Lebenszyklus, vom Design über die Fertigung bis hin zu den Produktionsprozessen, der Logistik und schließlich dem Betrieb des Produkts. Das Besondere: Beobachtungen und Sensordaten aus dem laufenden Betrieb fließen in Echtzeit in das Modell zurück und können zur permanenten Optimierung genutzt werden. IBM zeigt in Hannover, wie kognitive Watson-Technologie auch im Kontext des Digital Twin vollkommen neue Erkenntnisse und Einsichten ermöglicht.

Ein weiteres zentrales Thema im Umfeld von Industrie 4.0 ist „Adaptive Robotics“. IBM präsentiert in Hannover gemeinsam mit KUKA, einem der weltweit führenden Anbieter von Robotik, ein Szenario, in dem KUKAs innovativer Leichtbauroboter IIWA mit dem Watson IoT-Ökosystem vernetzt ist und damit lernfähig wird. Das heißt, der adaptive Roboter kann sich noch sehr viel gezielter auf seine Umgebung einstellen und ist unter anderem auch sehr viel schneller in der Lage, personalisierte Produkte zu bauen. In dieser Kombination bedeutet das einen Quantensprung für die Produktivität in der Herstellung.

Watson zieht auch als Maintenance-Berater in die Werkshallen ein. IBM zeigt in Hannover, wie ihre neue App „Repair Experience with Watson“ mit Hilfe von Bilderkennung analysiert, auf welche Ursachen ein Maschinenproblem zurückzuführen ist und Vorschläge für deren Beseitigung macht. Die App ist kostenlos auf der IBM Cloud-Plattform Bluemix erhältlich.

“Smart Buildings” ist ebenfalls ein Thema mit großer Zukunft. Der Aufzüge- und Rolltreppenspezialist KONE nutzt Watson IoT, um seine Aufzüge und Rolltreppen zu vernetzen und aus der Ferne überwachen zu können. Unter anderem stellt das Unternehmen einen auf der Watson IoT-Plattform basierenden 24/7-Service für deren intelligente Wartung bereit. In Hannover wird gezeigt, wie der Dialog zwischen den Aufzügen und dem Back-end-System des Herstellers aussieht.

Auch das vernetzte Fahrzeug wird in Hannover eine Rolle spielen: Diesmal geht es vor allem um intelligente Sicherheitskonzepte und Datenschutz, powered by Watson. IBM zeigt, was heute möglich ist, um das Auto und seine Insassen schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt effektiv vor Attacken zu schützen. Dieses Sicherheitskonzept dient auch als anschauliches Beispiel dafür, wie sich das Industrial Internet gegen Cyberangriffe wirkungsvoll abschirmen lässt.

 

Vom anderen Ende der Welt kommt Woodside. Der Australische Öl- und Gaskonzern hat sich, um die Arbeit seiner Ingenieure besser unterstützen zu können, für den Einsatz kognitiver Watson-Technologie entschieden. Das System, das nun in Hannover präsentiert wird, liefert ihnen detaillierte Antworten auch auf sehr spezifische Fragestellungen. Dafür wurde Watson mit dem Äquivalent von rund 600.000 Seiten an Informationen gefüttert. Dabei handelt es sich vor allem um den Input Tausender pensionierter Ingenieure, die als strukturierte und unstrukturierte Daten Eingang in das System gefunden haben. Die Ingenieure haben damit Zugriff auf 30 Jahre Expertise und Erfahrung und können ihre Anlagen auch aus der Ferne besser vor Katastrophen bewahren.

 

 

CeBIT 2018 im Sommer – Ratlosigkeit und Aktionismus an der Leine

Kommentar von Rudi Kulzer

Die Messeleitung in Hannover hat noch während der laufenden Veranstaltung 2017 die Flucht nach vorne angetreten. Im kommenden Jahr sollen die CeBIT nicht mehr im Frühjahr stattfinden, sondern erst im Juni. Die Zahlen müssen wohl nicht gut gewesen sein, auch wenn man das euphemistisch verschleiert. Es war davon die Rede, dass die erwartete Zahl von 200.000 Besuchern erreicht wurde. Das bedeutet mit großer Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl der Besucher darunter liegt, wie viel ist fraglich.

Die drastische Entscheidung ist also einerseits verständlich, es stellt sich jedoch die Frage, ob dieser Weg der richtige ist. Die CeBIT soll nun als Event, für ein breiteres Publikum, eine Art Mischung aus Consumer Electronics und deren neuen Messe in Austin Texas SXSW (ursprünglich ein Musik Festival) stattfinden. Den Versuch einer Verbraucher-CeBIT gab es schon einmal (1996), CeBIT Home genannt, der damals allerdings scheiterte.

Nach meiner Ansicht wäre der richtige Weg gewesen, die CeBIT dorthin zurückzubringen, woher sie ursprünglich kam, nämlich als Bürogeräte- und Computermesse in die Industriemesse Hannover, die im April stattfindet. Diese hat immer noch eine gute Reputation und ist beim Fachpublikum geachtet. Das Thema heißt also nach meiner Ansicht „Back to the Future“.

Die ursprüngliche CeBIT war als Bürogeräte- und Computermesse eine Ergänzung der Industriemesse, die 1986 abgetrennt wurde. Zuvor war der einleuchtende Gedanke, dass der Besucher zusätzlich zu seiner Fachinformation sich auch über Themen Computer und Bürogeräte informieren konnte. Zu diesem Zweck wurde 1970 die berühmte Halle 1 gebaut, die ja noch steht. Zurzeit wird sie wohl als eine Art Kongress-Einrichtung genutzt.

Eine Entscheidung auf dieser Basis wäre deutlich vielversprechender als der angekündigte Event-Ansatz. Zu einem würde das wichtige Thema Informationstechnik erhalten bleiben. Auch den politischen Charakter, den die CeBIT immer hatte, siehe den Besuch des japanischen Ministerpräsidenten zusammen mit Frau Merkel in Hannover, gilt es zu erhalten. Ein solches Bemühen, wichtige technische Veränderungen in Kombination mit der Politik zu diskutieren, ist einmalig auf der Welt. In den USA würde sich ein Präsidenten niemals einfallen, eine noch so wichtige Messe zu eröffnen.

Es stellt sich allerdings die Frage ist, die für Deutschland typische Art der großen Industrieschau noch zeitgemäß ist. In vielen Fällen nicht.! Ausnahmen sind dabei wohl Messen wie die Bau und Baumaschinen Ausstellung in München, die Drupa in Düsseldorf oder große Automessen, die einen größeren Freiraum als Ausstellungsgelände brauchen. Die CeBIT gehört da nicht dazu, die Industriemesse Hannover wohl schon.

Anstelle der großen Industrieschau mit den in vielen Bundesländern angesiedelten großen Messezentren wäre bei Themen wie der Informationstechnik der amerikanische Stil, ein gut besuchter und teuer bezahlter Kongress mit entsprechendem Hotelangebot, der richtige Schritt.  Das fällt uns in Deutschland aufgrund unserer Struktur, speziell in Hannover, sehr schwer. Der beste Ort für so etwas ist die Spielerstadt Las Vegas in Nevada. Sie hat zwar ein relativ kleines Messegelände (3 Hallen), aber ein sehr hohes Angebot an Hotelbetten und auch zusätzlichen kleineren Kongress-Einrichtungen in dafür speziell ausgelegten Hotelressorts (Venician und Mandela Bay). Die bieten dafür bessere Möglichkeiten mit zahlreichen Hospitality Suites, in denen die Bosse der Unternehmen für ihre Kunden residieren.

Wenn sich Hannover also ändern will, sollte das nach meiner Ansicht in diese Richtung gehen. Auf dem überdimensionierten Gelände der Welt Expo wäre Platz und damit auch eine städtebauliche Chancen – politisch allerdings nicht einfach zu verwirklichen. Auf eine CeBIT als Event zu setzen, halte ich für falsch. Die Hoffnung auf zahlreiche Jugendliche ist keine gute Idee, die haben nicht das nötige breite Einkommen, um den gewünschten Umsatz in die Stadt zu bringen oder zu halten. Zudem ist mit der Gamescom in Köln bereits ein starker Wettbewerber in Deutschland.

Ceterum censeo! Jugendliche und Verbraucher haben zu wenig finanzielle Möglichkeiten,  um für das Land Niedersachsen,  die Stadt Hannover und das Umland eine planbare Einkommensgröße darzustelle.Die genannten sind die Besitzer der Messe Hannover. Auf jeden Fall wird die wichtige Neuorientierung in die Zukunft – trotz vollmundiger Lobeshymnen vorab –  den Niedersachsen schwer fallen.

EEBus Initiative setzt auf Zusammenarbeit mit IBM Watson IoT

von Rudi Kulzer

Mit der Eröffnung des Watson IoT-Headquarter in München beschreitet IBM neue Wege der Zusammenarbeit: So werden in so genannten Collaboratories – eine Zusammensetzung aus den Worten „Collaboration“ und „Laboratories“ – IBM Experten gemeinsam mit Kunden, Partnern und Forschungseinrichtungen an neuen kognitiven Technologien und Lösungen zum Thema Internet of Things arbeiten.

Insgesamt sollen in München rund 1.000 IoT-Experten von IBM gemeinsam mit Partnern und Kunden zusammenarbeiten. Dazu gehören unter anderen auch die europäische Technologie-Initiative EEBus. Die Non-Profit Organisation für Interoperabilität ist eine von der Bundesregierung ins Leben gerufene europäische IoT-Initiative für die Standardisierung und technologieübergreifende Interoperabilität im Bereich „Smart Home“.

IBM wird dem neuen Mitglied EEBus Raum im Innovation Space des Centers überlassen. Der soll dazu genutzt werden, IoT-Technologien mit offenen Standards zu verknüpfen. Die EEBus Initiative hat derzeit über 60 Mitglieder, darunter Bosch, ABB, SMA, Miele, Schneider und Vaillant sowie große europäische Automobilunternehmen.

Auf der Eröffnungsveranstaltung betonte der Vize-Präsident der EU-Kommission Andrus Ansip (Bild), dass EEBus als europäischer Referenzrahmen für energieeffizientes Smart Home genutzt werden soll, um entsprechende Geräte zu verbinden.

Die neue IBM Watson IoT Zentrale nimmt ihre Arbeit auf

von Rudi Kulzer

IBM hat in seinen neuen weltweiten Watson IoT Headquarter am 16. Februar 2017 nach mehreren Monaten Aufbauzeit  in München die Pforten geöffnet. Unter dem Motto “Genius of Things” will der einst Big Blue genannt IT-Konzern in der bayerischen Landeshauptstadt vor fast 800 Partner, Kunden, Analysten und internationalen Medienvertretern ein industriepolitisches Zeichen setzen.

Man trete in München nicht nur an, um sich als Marktführer für das kognitive Internet of Things zu positionieren, sondern um von hier aus ein neues globales Ökosystem auf den Weg zu bringen betonten Center-Chefin Harriet Green das Vorhaben. Ziel ist es, in einem neuen Ökosystem für Innovation die Forschungs-, Design- und Entwicklungsteams Kunden und Partner zusammenzubringen mit IBM eigenen Ingenieuren, Programmierern und Beratern. Es gehe darum gehen, gemeinsam kognitive IoT-Lösungen für morgen zu entwickeln und zu bauen.

 

Die neue Zentrale in den Highlight Towers ist im wahrsten Sinnen des Wortes ein weithin sichtbares Zeichen unseres Engagements. Dieser Innovation-Hub, soll gleichzeitig Keimzelle für neue Formen gemeinsamer Entwicklungs- und Forschungsarbeit mit Kunden, Entwicklern, Universitäten und Partnern.

Von den insgesamt rund drei Milliarden Dollar, die IBM in das Thema IoT weltweit investieren, wurden und werden rund 200 Millionen Dollar in den Aufbau und Betrieb dieses neuen Headquarters gesteckt.

Collaboratories: neue Formen der Zusammenarbeit

Im Fokus stehen das Interesse und die gemeinsamen Anstrengungen, die technischen und wirtschaftlichen Potenziale für das Internet der Dinge weiter auszuloten. Dafür beschreiten wir in diesem Center vollkommen neue Wege der Zusammenarbeit: So werden in so genannten Collaboratories – eine Zusammensetzung aus den Worten „Collaboration“ und „Laboratories“ – IBM Experten gemeinsam mit Kunden, Partnern und Forschungseinrichtungen an neuen kognitiven Technologien und Lösungen arbeiten.

Im Watson IoT Headquarter arbeiten IBM Experten gemeinsam mit Kunden, Partnern und Forschungseinrichtungen an neuen kognitiven Technologien.

Wie das zukünftig funktionieren soll und welche Projekte in Angriff genommen werden, wurde auf der Veranstaltung am 16. Februar gezeigt.Nach BMW, die bereits im Dezember angekündigt haben, mit einem Entwicklerteam in eines der Collaboratories zu ziehen, folgen nun weitere Unternehmen und Organisationen. Dazu gehören EEBus, eine von der Bundesregierung ins Leben gerufene europäische IoT-Initiative für Standardisierung, die mit einem Team in das Center kommen wird ebenso wie die französische Bank BNP Paribas, die mit IT-Architekten, IT- und Business Development-Entwicklern an die Isar zieht. Mit einem Team dabei sein wird auch Avnet, IT-Distributor und weltweiter IBM Partner, CapGemini mit einigen Beratern sowie der indische Anbieter von IT- und Netzwerktechnologie-Lösungen Tech Mahindra.

Bosch und Visa: auch die Großen werden disruptiv

Zu den weiteren Highlights, die heute ebenfalls in München angekündigt werden, gehört eine neue Partnerschaft mit Bosch, bei der die Bosch IoT Suite Services über IBM Bluemix und die IBM Watson IoT Plattform für das Update von Millionen vernetzter Geräte verfügbar gemacht werden. Ein anderes interessantes und sehr weitreichendes Projekt ist die Zusammenarbeit mit Visa. Ziel ist es, dass zukünftig jedes vernetzte Gerät, egal ob Uhr oder Auto, auch für Geldtransaktionen verwendet werden kann.

 

IBM Watson:   Gemeinsame Entwicklung von IoT Lösungen

von Rudi Kulzer

IBM hat am 4. Oktober 2016 ein verstärktes Engagement in sein Watson-Zentrum bekannt gegeben. Mit einer Investition von 200 Millionen US-Dollar in das neue Watson Internet of Things (IoT)-Headquarter in München ausgebaut werden. Hier werden zukünftig neue IoT Fähigkeiten im Umfeld von aktuellen Technikthemen entwickelt.

IBM bietet an seinem Münchner Watson IoT Hauptsitz seinen Kunden erstmal kognitive Kollaborationsmöglichkeiten für IoT-Themen an. Das ist nach Angaben des Unternehmens eine vollkommen neue Art eines „hands-on-the-job“ Industrielabors. Dort können Kunden mit Forschern, Ingenieuren und Designern von IBM zusammenarbeiten, um Innovationen in unterschiedlichen Branchen wie Automobil, Elektronik, Fertigung, Gesundheit oder Versicherungen voranzutreiben.

„Deutschland steht an der Spitze der oft zitierten Industrie 4.0-Initiative“, sagt Harriet Green, Global Head von Watson IoT. „In München wollen wir unsere Kunden und Partner dazu einladen, Talente und Technologien zu nutzen, um rund um das Thema IoT gemeinsam einen internationalen Schwerpunkt für kollaborative Innovation aufzubauen.“

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Watson IoT Chefin Harriet Green (Werkfoto IBM)

Als Teil ihres weltweiten Investments von drei Milliarden US-Dollar in die kognitiven Watson-Technologien, investiert IBM davon nun mit 200 Millionen Dollar in ihre Münchner IBM Watson IoT- Zentrale. Dieses finanzielle Engagement ist nach Angaben von IBM eine Antwort auf die steigende Nachfrage von Kunden, die nach neuen Möglichkeiten suchen, ihre Abläufe mithilfe einer Kombination aus IoT-Technologien und künstlicher Intelligenz neu zu gestalten. Derzeit arbeiten bereits 6.000 internationale Kunden mit kognitiven Watson IoT-Lösungen und Dienstleistungen, acht Monate zuvor waren es 4.000.

Als Kunden Beispiele nennt IBM den großen deutschen Automobilzulieferer Schaeffler Group, den niederländischen Drohnen-Spezialist Aerialtronics sowie aus den USA das Thomas Jefferson University Hospital. Alle engagieren sich als Kunden stark als Nutzer von IBM Watson IoT. Bei den beiden erst genannten geht es vor allem darum, wie mithilfe von Watson IoT-Technologien bessere Erkenntnisse aus Milliarden von Sensordaten gewonnen werden können, die etwa in Autos, Kugellagern oder Maschinen erzeugt werden.

 

 

 

Wie können fahrerlose Autos mit Fußgängern und Radfahrern kommunizieren?

von Rudi Kulzer

Vor wenigen Tagen habe ich in der New York Times einen Artikel des von mir sehr geschätzten John Markoff gefunden, indem er sich mit den Herausforderungen der Kommunikation von fahrerlosen Autos mit ihrer Umgebung auseinandersetzt. Mein vorliegender Artikel ist eine Übersetzung und verkürzte Fassung dieses Artikels. Erste Kontakte zum Start-up Drive.ai habe ich erfolgreich aufgenommen.

In der Automobilbranche gibt es derzeit viele offene Fragen darüber, wie selbstfahrende Autos in normaler Straßenumgebung funktionieren werden. Dabei geht es vor allem darum, ob das System des Autos ein Fahrverhalten auf Grund lokaler Erfahrungen nutzen kann. Zusätzlich gilt es als wichtig die Herausforderung zu erkunden, ob das System bei einem Notfall die Kontrolle über das Fahrzeug an den Fahrer zurückgeben kann.

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((Bild)) Das Programm Drive.ai versucht zu erkunden, wie ein autonomes Fahrzeug mit Fußgängern kommunizieren würde.

Dieser Herausforderung stellt sich, wie Markoff beschreibt, ein Start-up namens Drive.ai mit Sitz in Mountain View, Calif.  Das noch junge Unternehmen versucht zu erkunden, wie eine autonome Auto mit anderen Fahrern und Fußgängern kommunizieren kann. Das Team betont dabei, dass Ansätze, die man aus dem Feld künstliche Intelligenz als „Mensch-Maschine-Interaktion“ bekannt sind, als Schlüssel zur Lösung der häufig verwirrenden Straßensituationen eingesetzt werden sollten.

Entscheidung am Zebrastreifen

Dabei entstehen etwa folgende Frage: Wie funktioniert ein Roboter, der zum Beispiel sagen will, was er an Kreuzungen zu tun gedenkt. Das sei zum Beispiel ein „informelles Ballett hoher Herausforderung“, wenn es darum geht zu überlegen, was menschliche Fahrer und Menschen am Zebrastreifen tun wollen. Es geht darum, zu entscheiden, wer zuerst gehen wird und wer zurückstehen will.

„Die meisten Menschen die erste Interaktion mit selbstfahrenden Autos würden nicht fertig damit als Fahrer denken, sondern eher als ein Fußgänger, der die Straße überquert, “ erläutert Carol Reiley, Mitbegründer und Präsident von Drive.ai. „Ich denke, es ist künftig wichtig für jedermann, dass wir uns daran gewöhnen müssen, dieser Art von Technologie zu vertrauen.“

Auf das Start-up wurde die US-Öffentlichkeit zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres, als das Unternehmen eine Lizenz vom Staat Kalifornien erhielt. Diese erlaubte es, fahrerlose Autos auf den Straßen zu testen. Doch in der letzten August Woche war es zum ersten Mal, dass das Forscherteam eines Unternehmens in einem breiten Ansatz erläuterte, was sie in diesem Fragen in der Zukunft tun wollen. Dabei ging es um technische Fragen und nicht um die Frage der Geldbeschaffung von Investoren.

 

 

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5 Dinge, die selbstfahrenden Autos Kopfschmerzen bereiten

Trotz der Vielzahl von Sensoren und Prozessoren an Bord haben autonome Autos eine Menge Probleme mit alltäglichen Aspekte des Fahrens.

Eines davon ist die Kommunikation mit Fußgängern und Radfahrern: Die Manager von Drive.ai betonen, dass ihre Autos nicht vokal direkt Autos mit Fußgängern und Radfahrern sprechen werden. Aber sie werden versuchen, mit optischen Anzeigen zu kommunizieren, die weit über das hinausgehen, was heutige Blinker leisten. Das Unternehmen, in dem viele Studenten und Forscher des Stanford Artificial Intelligence Laboratory arbeiten, ist dabei, im dicht gedrängten Wettbewerb, um selbstfahrende Fahrzeuge intensiv mitzumachen. Dies bestätigte mir Carole Reilly in einem ersten Kontaktgespräch. Derzeit gibt es etwa 20 solche Auto-Projekte in Silicon Valley und mehr als vier Dutzend in den gesamten USA.

Im Gegensatz zu vielen dieser Projekte will Drive.ai nicht versuchen, selbst Fahrzeuge zu bauen. Stattdessen wollen sie kommerzielle Flotten für Aufgaben wie Paketzustellung und Taxis mit ihrer Technik nachzurüsten.

Das Unternehmen setzt dabei auf eine Technik, die Deep Learning (Tiefes Lernen) genannt. Das ist eine maschinenbasierte Lerntechnik, die im Silicon Valley e weit verbreitet ist. Sie lässt sich für eine Vielzahl von Aufgaben verwenden, wie etwa die menschliche Sprache zu verstehen und die Verbesserung der visuellen Fähigkeit, Objekte in Computer-Vision-Systeme zu erkennen.

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Ein bekannter Vertreter der visuellen Erkennung ist die israelische Firma israelische Firma, Mobileye, die in einem Technikpark nördlich von Jerusalem angesiedelt ist. Sie ist derzeit der führende Anbieter von Vision-Technologie in der Automobilindustrie, und wurde bereits Zusammenhang mit den Unfällen des Autos Teslar erwähnt. Auch in Deutschland gibt es Kooperationen der Israelis mit Automobilherstellern. Im Silicon Valley beginnen sich jedoch auch bekannte Unternehmen wie der Grafikspezialist Nvidia beginnen auch für das Geschäft mit dieser Aufgabe zu interessieren dieses Unternehmen zu konkurrieren.

 

Roboterwissenschaftlerin stellt sich einer Aufgabe

Noch einmal zurück auf den Gesprächen mit Carole Reilly: nach ihrer Ansicht müssen selbstfahrenden Autos der Zukunft transparent sein, wenn es darum geht zu zeigen mit welchen Absichten Sie ihre Entscheidungen treffen.reiley2

Carole Reiley ist eine, eine Roboterwissenschaftlerin   mit einem Hintergrund in der Gestaltung von Unterwasserroboter und medizinischen Systemen. Nach ihrer Ansicht werden selbstfahrende Systeme mit zwei Ebenen kommunizieren müssen, mit der Welt um sich herum sowie mit den Passagieren, die in ihnen sitzen. Bei dieser Aufgabe gilt es sowohl die linke Gehirnhälfte zu beachten, in der viele Diskussionen stattgefunden haben, welche Algorithmen und welche Sensoren, auf der logischen Seite eben, so Reiley

„Viele der Diskussion um selbstfahrenden Autos gebe es leider noch keine menschliche Komponente. Dass ist wirklich erstaunlich, ist es doch zum ersten Mal, dass ein Robotersystem in die Welt hinausgeht und mit den Menschen interagiert“ (Zitat Carol Reiley)

(Alle Abbildungen Werkfotos Drive.ai, Ausnahme Nividia – dunkle Straßenszene)